1675 - 1856

Fast überall im Lande zählen Lehrer, Organisten, Kirchenmusiker, auch Schwegler und Trommler der Schützen, zum Gründerkreis der Musikkapellen. Wir wissen, dass bei uns schon 1675 ein Kirchenchor bestand.

Nachdem um 1816 die ersten Ventilinstrumente auf den Markt kamen, fanden auch bei uns mehrere Gründungen von so genannten „Musikbanden“ statt

Franz Jakober, schrieb in der Kirchenchronik dass Andrä Bacher vom Bacher 1838 einer der ersten Musikanten war und das Blasen auf seiner Naturtrompete in Nussdorf gelernt hatte. Mit diesem Instrument habe er es verstanden, allerhand Figuren zu spielen.

Am 10. September 1855 berichtet die Volks- und Schützenzeitung von der feierlichen Fahnenweihe der örtlichen Schützenkompanie mit gräflicher Prominenz. Den Festzug vom Widum bis zur Kirche führte die örtliche „Musikbande“ an.

Die gleiche Zeitung meldet am 12.09.1856, dass unsere Musik mit fünf anderen Kapellen beim großen Empfang des Kaiserpaares in Dölsach teilgenommen hat.

17 Musikanten im einfachen Bauerngewand, (davon drei aus Leisach) zeigt uns ein Bild, das laut Überlieferung (Leo Oberhauser) aus dem Jahre 1882 stammt. Sie stehen unter der Leitung des Johann Jakober vom Opperer:

um das Jahr 1882, Kapellmeister Johann Jakober
unten sitzend v.l.: Rassner, Leisach; Obbrugger, Leiach; Johann Jakober, vlg. Opperer,Kapellmeister;

2. Reihe v.l.: Höller, Leisach; Ignanz Possenig, vlg. Kalser; Ludwig Reiter, vlg. Moaler; unbekannt;
stehend v.l.: Peter Znopp, Bangetner; Josef Jakober, vlg. Opperer; Johann Steiner; Andrä Zeiner, vlg. Teml;
Franz Fuetsch, vlg. Hansler; Rudolf Fuetsch, vlg. Hansler; Thomas Jakober, vlg. Opperer; Hugo Lobenwein, vlg. Staggl; Johann Tschurtschenthaler, vlg. Teml.

 

1882 - 1909

Nach Jakober ist es schwer, die Zeiten der einzelnen Kapellmeister abzugrenzen, vom ehrenden Nachruf und vom Sterbebild wissen wir, dass Jakob Znopp vlg. Znopp Kapellmeister und Geigenspieler beim Kirchenorchester war.

Weiters ist von Leo Oberhauser überliefert, dass Hugo Lobenwein sen. vom Staggl Kapellmeister war. Von ihm liegen die meisten handgeschriebenen Noten im Archiv.

Das Jahr 1909 stand im Zeichen großer Ereignisse. Musik und Schützen erhielten die erste Uniform (graue Röcke, schwarze Kniehosen).

Seit diesem Jahr wird die MK auch von Marketenderinnen begleitet.

 Jahr 1909, Kapellmeister Johann Steiner; vorne: Josef Wachtlechner, Stabträger;
1. Reihe stehend v.l. Hugo Lobenwein, vlg. Staggl; Johann Brunner, vlg. Kalser; Josef Wachtlechner, Stabträger;
Josef Zeiner, vlg. Teml;Josef Totschnig, vlg. Pöllander; Leo Kranebitter, vlg Perloger; Johann Steiner, Kapellmeister;

2. Reihe stehend v.l. Hugo Kranebitter, vlg. Perloger; Peter Znopp, vlg. Bangetner; Alois Forcher, vlg. Jochumer;
Leo Schneeberger, vlg. Zeiner, Anton Mayr, Hannes Znopp, vlg. Mazger; Josef Forcher vlg. Jochumer, Peter Kranebitter, vlg. Perloger; Otto Lobenwein, vlg. Staggl. Schützenfahne mit Patin Maria

 

1910 - 1947

Kurz nach der Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg, bemühten sich Peter Holzer und sein Bruder Hans, die Musikkapelle wieder aufzubauen.

Eine Zeitungsmeldung vom März 1919 besagt, dass die Musikkapelle seit 1914 nicht mehr ausrückte und nun wieder von einer trefflichen Hand zusammengestellt wurde. Überliefert ist, dass Johann Holzer vom Moser nach dem Kriege Musiker ausbildete und den Uniform- und Instrumentenstand ergänzte.

Um 1923 kam es zur Umstellung von der alten Tracht (graue Röcke) auf die heutigen (braunen Röcke). Neben Erlösen aus eigenen Veranstaltungen (Christbaumversteigerung, Sternsingen) spendete Bundeskanzler Dr. Seipl 10 Mio. Kronen.

1923 berichteten die Lienzer Nachrichten vom Sternsingen: „Der Erfolg soll wider Erwarten ein großartiger gewesen sein, sodass die Musikkapelle in der Lage versetzt wird, ihre Monturen zu ergänzen und Instrumente nachzuschaffen.“

1937, 2 Jahre vor dem 2. Weltkrieg wurde der Jagerbauer Anton Mayr zum Kapellmeister gewählt. Wieder lichten sich die Reihen der Musikanten nach Kriegsbeginn. Mit einer „Handvoll“ älterer Musikanten war es Mayr möglich, die notwendigen Ausrückungen während des Krieges aufrechtzuerhalten. Meistens waren es Begräbnisse und Gefallenenfeiern für die 60 Helden unserer Gemeinde.

Beachtlich ist, dass am Heiligen Abend des gleichen Jahres 21 Mann die traditionelle Mitternachtsmesse gestalteten. Kapellmeister Lobenwein legte gleich großen Wert auf jungen Nachwuchs. am 26.12. 1946 meldeten sich 16 Burschen, die am 29. Februar 1947 schon mit den „Alten“ mit probten.

 

Jahr 1948, Kapellmeister Franz Lobenwein;
unten liegend v.l. Philipp Schneeberger, Hans Tschapeller, vlg. Hofer; Anton Steidl; Walter Steidl, vlg. Schneiderle;

1. Reihe sitzend v.l. Hans Zenzmaier; Leo Oberhauser, vlg. Waldner; Josef Dellacher,;
Martha Possenig, vlg. Bichler; Franz Lobenwein, Kapellmeister; Anna Holzer, vlg. Moser; Josef Gander, vlg. Heigl;
Franz Kranebitter, vlg. Lamprecht; Peter Stotter, vlg. Possenig;

2. Reihe stehend v.l. Hermann Schneeberger, vlg. Zeiner, Josef Lobenwein, vlg. Staggl; Leo Oberhauser, vlg. Maurer; Peter Znopp;
Joesf Dellacher jun; Gregor Gstinig, vlg. Großbreimberger; Josef Lang, vlg. Rack;
Anton Totschnig, vlg. Pöllander; Florian Hainzer sen; Josef Possenig,

3. Reihe stehend v.l. Peter Oberschachner, vlg. Galnz; Josef Steiner, vlg. Augstiner; Hans Gstinig, vlg.
Großbreimberger; Franz Oberhauser, vlg. Waldner; Peter Lobenwein; Josef Oberdorfer, vlg. Unterschuster; Florian Forcher;

4. Reiche stehend v.l. Ernst Gutwenger; Josef Gutternig, vlg Hanser; Raimund Steiner;
Franz Gutternig, vlg. Hansler; Florian Stotter; Hans Lobenwein

5. Reihe stehend v.l. Friedolin Tschurtschenthaler; Friedl Brandstätter, vlg. Unterrragger; Ludwig Oberhauser, vlg. Waldner;
Josef Znopp, vlg. Znopp; Leo Ruggenthaler, vlg. Weinzenth; Anton Znopp, vlg. Znopp; Anton Oberhauser, vlg. Veidler

 
1978

1978 beendete VSD Ernst Schneider seine ehrenvolle Tätigkeit. Er übergab dem neuen Kapellmeister Oswald Kranebitter mit dem symbolischen Taktstock auch eine überdurchschnittlich gute Kapelle.

Mit der Ernennung zum Ehrenkapellmeister würdigte die MK Oberlienz Dir. Schneiders Verdienste.

 

 Jahr 1984, Kapellmeister Oswald Kranebitter
1. Reihe sitzend v.l. Stefan Gasser, vlg. Pichler, Alois Stotter jun., vlg Lamprecht, Mario Unterrassinger, vlg. Mahrer,
Martin Totschnig, vlg. Pöllander, Andreas Erler, vlg. Perloger, Mario Lukasser;

2. Reihe sitzend v.l. Alois Dallasera, vlg. Mazger; Anita Neumayr, Birgit Kranebitter, vlg. Schneider, Josef Possenig, vlg. Kalser,
Ehrenmiglied; Oswald Kranebitter, Kapellmeister; Dir. Ernst Schneider, Ehrenkapllmeister; Brigitte Lobenwein, Annemarie Steidl, Anton Steidl;

3. Reihe sitzend v.l. Hansjörg Baumgartner, Josef Walder, Leo Oberhauser, vlg. Maurer; Reinhard Lobenwein,
Heinrich Oberschachner, vlg. Glanz; Anton Mayr, vlg Jager; Peter Lobenwein; Franz Kranebitter; vlg Mahrer; Franz Stotter, vlg. Lamprecht;
Markus Lukasser; Klaus Schneeberger, vlg. Zeiner;

4. Reihe stehend v.l. Otto Bacher; Julius Lobenwein; Richard Gstinig; Anton Totschnig, vlg. Pöllander; Hermann Schneeberger, vlg. Zeiner;
Robert Kleinlercher; Franz Erler, vlg. Perloger; Josef Brandstätter, vlg. Unterragger; Gottfried Erler, vlg. Perloger;

5. Reihe stehend v.l Hannes Schneeberger; Peter Schneeberger, vlg. Zeiner; Friedl Tschurtschenthaler;
Josef Znopp, vlg. Znopp; Johann Tschapeller, vlg. Hofer; Rudolf Lukasser; Gottfried Stotter vlg. Lamprecht.
Es fehlen Josef Küng, Karl Peter Schneeberger, Bruno Neumayr, Klaus Gstinig;

1980 - 1997

Kranebitter führte eine akustische Verbesserung des Probelokals und der Stimmung durch und ermöglichte den Ankauf neuer einheitlicher Trachtenschuhe. Weiters schrieb er 50 Mappen für die beliebte Weihnachtsmette mit Korrekturen und Ergänzungen für Chor und Musik. Schließlich erhielt noch jeder der 42 Musiker 3 komplett eingeordnete Marschbücher für Konzert-, Trauer- und Marschiermärsche.

Im Juli 1980 reiste die MKO erstmals zur befreundeten Feuerwehrkapelle Viöl nach Nordfriesland

Der Rücktritt von Oswald Kranebitter am 1. November 1984 kam unerwartet.

Ohne viel Zeitverlust kam es zwischen dem Ausschuss und Klaus Schneeberger, der seit 1981 Querflötist in der Kapelle war, zu einer Aussprache. Schneeberger hatte bereits 2 Semester Musik studiert. Mit Unterstützung aller Mitglieder ging er nun als jüngster Kapellmeister (21 Jahre) des Bezirkes mit jugendlicher Frische an die Arbeit.

1989 trat Anita Egartner als erstes Mädchen der MKO bei.

Von 1994 - 1997 wurde die MKO von Andreas Erler musikalisch geführt.


1997 - 2011

Seit 1997 ist Michael Mattersberger der Kapellmeister der Musikkapelle Oberlienz und von 2002 bis 2010 auch Bezirkskapellmeister des Musikbezirkes Lienzer Talboden.  

2003 wurden die Mädchen mit einer einheitlichen Lienzer Festtagstracht ausgestattet.

2011 wurden alle Musikanten/innen mit neuen einheitlichen Hüten ausgestattet. Die MKO wurde von der Bevölkerung durch Hutpatenschaften dabei kräftig unterstützt! Die Männer wurden außerdem mit neuen Lodenröcken eingekleidet!

2013

Im Jahr 2013 feiert die MKO mit 71 Mitgliedern das 175. Bestandsjubiläum mit verschiedenen Veranstaltungen wie einem Benefizkonzert und einem Wunschkonzert.